Bei Gork un Mork …
September 25, 2007
Ja, ich bin spät dran aber kann mir mal jemand sagen warum zum Teufel die Orks so schlecht bei der diesjährigen Warhammer-Kampagne abgeschnitten haben? Nein ganz im ernst … was soll den sowas, in der Wochenauswertung haben wir ja (fast) nur rote Punkte. Ja sage mal ist den kein Ork-Spieler da draussen fähig genug oder haben wir schlichtweg doch die gewinnunfreundlichste Armee? Sind eure Fanatics durchgegangen? Hm, Nemesis-Krone naja, GW hatte schon mal bessere Vorschläge als alte Kronen in noch älteren Wäldern auszubuddeln. Ich gehe mal davon aus das wir alle das kleine Kampagnenheftchen aus dem White Dwarf in den Händen gehalten haben. Die Quasi-drei-Hauptakteure waren ja unumstritten: Zwerge, Imperium und Orks. Der Rest durfte halt auch mitspielen. Ich habe irgendwie nicht alles mitverfolgt aber auf jeden Fall schwankte das Spiel kaum, die Zwerge und das Imperium haben wohl munter Siegespunkte nach den anderen eingefahren und manch andere, die haben halt ihr Totalversagen zur Schau gestellt – schlimm ist es, aber ich kann mir nicht vorstellen das es einfach so viele unfähige Orkspieler gibt. Hm, oder gibt es verschiedene Gruppen von Menschen die sich die Schädelpassbox kaufen? Ich sage ja!
1te Gruppe: Die „Zwergennehmer“, diese Gruppe so scheint es, ist wohl eine harte Elite aus Hobbygenerälen, echten Generälen und Leuten die eisern danach streben den Sieg einzufahren ohne Rücksicht auf Verluste. In ihrer Freizeit spielen sie gegen sich selbst Gesellschaftspiele wie Mühle, Halma und Schach, zum Frühstück verzehren sie aufgeweichte Regelwerke und statt die Fenster zum Lüften aufzumachen, öffnen sie alle ihre Farbtöpfe. Diese Menschen gehen nicht zum Turnier um zu spielen, sie gehen dorthin um zu gewinnen – und das um jeden Preis, es gibt nichts was sie aufhält, eine aufkommende Regelfrage – sie wissen es! Dein Würfel landet in einer 5°-gradigen Schräglage und du musst nochmal einen Wurf durchführen. Mit vollem Hass fokussieren sie deine unbemalten Figuren und belegen sie mit Flüchen (ach, übrigens GW hat die Turnierregeln gelockert und es legal gestattet mit unbemalten Armeen an Turnieren teilzunehmen). Also wenn deine Figuren nicht unter den todbringenden Blicken deines Gegenspielers schmelzen dann kannst du dir sicher sein, dass sie in diesem Spiel keinen Wurf mehr schaffen. Ganz im Gegensatz zum Zwergenspieler, dieser hat in der vorigen Nacht schon zehn Jungfrauen geopfert und seine Würfel in deren Blut gebadet. Beim Auffahren seiner Armee spielt er dann epische Musik ein, und öffnet unter dem Murmeln seiner mitgebrachten Kultisten seinen vakuumverpackten Würfelbeutel. Geworfen wird auf einer von ihm gesalbten Stelle auf dem Spieltisch. Und wage es nicht auch nur den Gedanken zu haben dort deinen Kaffee abzustellen, er wird es spüren, und dann wird er dich noch mehr hassen. Mach dir keine Hoffnung zu gewinnen, schon wenn er nur deinen Armeekoffer sieht, weiss er was du an Figuren besitzt, er kennt deine Aufstellung, kennt deine Ausrüstung und weiss schon drei Züge vorher wie du dich bewegen wirst. Gott sei Dank, ist diese Art Spieler sehr selten vertreten falls du also das Glück hast einen zu treffen versuche nicht zu gewinnen … versuche zu überleben!
2te Gruppe: „Die Orknehmer“ Ja, dass sind Leute die es verstehen zu spielen, sie wissen nichts von Flanken und Rückenangriffen, ihre Aufstellung besteht aus Orks … Und nur Orks, sie kommen auf das Schlachtfeld um zu moschen. Der Haufen grüner Figuren wird blockig in einem großen Klotz aufgestellt und sobald es losgeht stürmt die grüne Flut unter Benutzung des Waaagh auf ihre Gegner zu. Orknehmer sind diese Art Mensch, neben die sich im Bus keiner setzen will, beim studieren des Regelwerks muss man sie darauf hinweisen das man das Buch andersherum hält, sollte man jedoch so mutig sein und das tuen, ist ein Wort der Warnung meinerseits angebracht. Solches und ähnliche Bemerkungen werden vom Orkspieler gemeinhin als Herausforderung angesehen. Sollte man nun nicht innerhalb der nächsten Minuten mit ihm an einem Spieltisch sitzen rät es sich dringenst das Weite zu suchen(!). Falls aber noch keine Herausforderung gegen dich ausgesprochen wurde musst du dir keine Sorgen machen. Der reine Orkspieler grunzt oder versucht mit ähnlich klingenden Lauten eine Konservation einzuleiten. Erinnere ihn lieb und nett daran das er mit dir auch eine für dich verständliche Sprache sprechen darf und bereite dich nun darauf vor herausgefordert zu werden. Nicht zu verwecheln sind jedoch die Geräuschen die entstehen wenn man sich in einem Spiel mit ihm befindet, oftmals versucht der Orkspieler nur durch furchteinflössendes Gebrülle oder brutal klingende selbst erdachte Schimpfwörter (die nur seine Figuren verstehen können) seine Truppen noch einen halben Zoll nach vorne zu scheuchen. Für ihn gibt es in der Regel keine Flucht oder den Rückzug, sollte eine Figur es auch nur wagen in die falsche Richtung zu blicken, so wird er sie fressen. Wenn er es nicht schon gleich am Spieltisch macht, so macht er es zu Hause. Sollte er übrigens einen Sieg erringen musst du dich nicht wundern das er in den nächsten Minuten irgendeinen Gegenstand schänden und ihn zum Orkschrein umbauen wird. Oft beginnen gewisse Individuen auch damit Siegestänze und Gesänge aufzuführen, ein unvergleichlicher Anblick.
3te Gruppe: „Die Goblinnehmer“ … nun Goblinspieler sind verrückt, und wenn ich sage verrückt, dann meine ich verrückt. Wer freiwillig eine Horde kleiner grüner angepisster quiekender giftiger Feiglinge spielt muss einfach einen an der Waffel haben. Aber breiiges Gehirn hin oder her, die Goblinspieler haben es drauf, und wenn sie mal nicht gewinnen können sie es immer auf die Gobbos schieben. Ihre Spieltaktik besteht größtenteils darin euch mit einer grünen Welle zu überrollen, dass macht ihnen Freude, bei sowas könnten sie stundenlang zugucken. Höchst wahrscheinlich hatten alle Gobbo-Spieler als Kinder einen Ameisenschaukasten oder ähnliches wo sie stundenlang wildem Gewusel zugucken konnten. Goblinspieler lieben das Micromanagment, überall haben sie unzählige kleine, große und sehr große Pläne in ihren Einheiten versteckt. Den schlimmsten Fehler den man machen kann ist es, sie zu unterschätzen, genauso wie augenscheinlich Goblins nicht viel her zu machen scheinen als Kanonenfutter kleiden sich ihre zugehörigen Meister in unauffälliges schwarz, meist mit Kapuze und vermummt und ihre einzigen Worte die sie sprechen sind kaum hörbare, nicht-menschliche Quiek- und Kreischlaute. Ansonsten ist zu diesem Typ Spieler nichts weiter zu sagen. Haltet lieber mehr Abstand als nötig und versucht in ihrer Gegenwart nicht zu atmen. Wenn möglich bewegt euch langsam und rückwärts zum nächsten ausgeschilderten Ausgang und vermeidet den direkten Kontakt mit den Pilzsporen.
4te Guppe: Ork- und Goblinspieler: OuG-spieler sind die Perfektion, sie ziehen alle nötigen Register und wissen das nur eine gemischte Armee den Sieg erringen kann, ihre Armee kann einfach alles! Genau so wie sie selber auch. Nicht nur das die Armee klasse aussieht auch ihr Spieler braviert auf dem Schlachtfeld. Seine taktische Überlegenheit zeigt sich schon in der Aufstellung seiner Truppen, stets in Reih und Glied und nach Größe geordnet strebt dieser Spieler nach dem Perfektionismus den er schon lange erreicht hat. Seine absolute Überlegenheit aber zeigt sich erst im Schlachtgetümmel, stets behält er einen klaren Kopf, navigiert er souverän die verschiedenen Truppen über das Gelände, dabei hilft ihm seine absolute Übersicht und sein wacher Geist der stets einen Konterplan nach dem anderen schmiedet. Sein Geschick im Kampf ist genauso ungebrochen ausgezeichnet wie sein Sinn für Ehre, Diziplin und dem walten von Gnade. Und so lässt er auch ab und zu mal einen anderen Gegenspieler gewinnen ohne es diesen merken zu lassen.
Watt is mit Gruppe 5: „Box nur wegen dem Regelbuch und den Bonus-Bitz kaufen“ oder Gruppe 6: „Ich brauche Dreck um meine Bemalskills zu verbessern“ vielleicht auch Gruppe 7: „Ich spiel’ eigentlich ne’ andere Armee, aber große Boxen im Regal sind Pflicht“
Nicht zu vergessen Gruppe 8: „Ich wollt’ Warhammer 40K, aber Mutti hat’s verkackt“
Hehe, is auf jeden Fall in Arbeit